Der Dom zu Speyer gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen mittelalterlicher Architektur. Im 19. Jahrhundert wurde er umfassend renoviert und neu ausgestattet.
Zu der historistischen Ausstattung gehört auch der Wandgemäldezyklus von Johann Schraudolph. Heute ist davon nur noch ein kleiner Teil im Langhaus des Domes erhalten.
Mit dem Bau des Domes wurde 1024 unter Kaiser Konrad II. begonnen. Er wollte inmitten seines Stammlandes den größten Dom des christlichen Abendlandes errichten und ließ ihn der Gottesmutter Maria, der “Patrona Spirensis” weihen. 1061 wurde er unter dem Enkel des Großen Kaiser Heinrich IV. geweiht, aber schon 20 Jahre danach durch einen Umbau in seinem Erscheinungsbild grundlegend verändert. Als Heinrich 1106 starb, galt der vollendete Dom (mit seiner Länge von 134 und der Höhe von 34m im Mittelschiff) als das größte Bauwerk des Abendlandes.
Der Dom erlebte bis in die heutige Zeit viele Veränderungen durch Brände und Kriege, wobei die schlimmste Beschädigung 1689 im pfälzischen Erbfolgekrieg durch die Truppen Ludwigs XIV. erfolgte. Dabei geriet das Bauwerk in Brand und die ganze westliche Hälfte fiel den Sprengversuchen der Soldaten zum Opfer.
Kurz nach Wiedererrichtung des Westbaus im barocken Stil, wurde er durch französische Revolutionstruppen 1794 erneut schwer beschädigt. 1806 sollte der Dom abgerissen und als Steinbruch verwendet werden, ehe er durch eine persönliche Intervention des Mainzer Bischofs J. L. Colmar bei Napoleon gerettet wurde.
So kam es, daß der Dom im 19. Jahrhundert unter den Wittelsbacher Königen und mit Unterstützung der Habsburger grundlegend renoviert wurde. Da die gesamte mittelalterliche und barocke Einrichtung verlorengegangen war, gab es für neue Ausstattung der Kirche (1816-1868), die im Zeichen des Historismus und der nazarenischen Kunst stand, weder Anhaltspunkte noch Einschränkungen.
Für die Bilder wurde der im Allgäu geborene, Münchner Maler Johann Schraudolph und für die Dekorationsmalerei der aus Tirol stammende, Münchner Maler Joseph Schwarzmann beauftragt. Die Neuausstattung war eine der umfangreichsten historistischen Kirchenausstattungen überhaupt und eine bedeutende Gesamtleistung, die sowohl das Dominnere und mit dem neuromanischen Westbau (nach Entwürfen des Karlsruher Baudirektors Heinrich Hübsch auch seine Fassade prägte. (...weiter geht’s nach dem Herunterladen des Textes, s.u.)
Es handelt sich bei diesem Text um eine Einleitung zu meiner Hausarbeit bei Prof. Dr. H. Kier (1999, Note “sehr gut”): “Die Ausmalung des Speyerer Domes im 19. Jahrhundert von Johann Schraudolph”.
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