Bianca Maria Regl wurde 1980 in Linz (OÖ geboren. Sie malt überwiegend großformatige Ölbilder mit Stilleben, Porträts und Genrebilder, d.h. Abbildungen ihres Alltags. Derzeit lebt und arbeitet sie in Berlin.
Sonntag, 1. Oktober 2006
Bianca Maria Regl
Nach der Matura 1998 beginnt sie zunächst ein Studium der Wirtschaftsinformatik in Wien. Seit 2001 studiert sie Malerei, zunächst an der Kunstuniversität in Linz, später an der Akademie für bildende Kunst in Wien (Klasse Schmalix). Im Sommer 2004 absolvierte sie einen Kurs bei Xenia Hausner an der internationalen Sommerakademie in Salzburg. Von September 2005 bis Herbst 2006 studierte sie an der University of California Los Angeles (UCLA, Klasse Herman).
Biancas Welt
Aufgewachsen in einem liberalen Umfeld, das fast jede Form des künstlerischen Ausdrucks toleriert, suchen viele junge Künstler, anders als die vorangegangenen Generationen, nicht mehr die Herausforderung in der Konfrontation mit der Gesellschaft. Sie entwickeln sich durch intensive Beschäftigung mit ihrer eigenen Persönlichkeit sowie dem engsten Umfeld. Manche Stimmen bezeichnen diese meist unbewusste Ströhmung in der Kunst als “neue Romantik”, man kann sie aber auch mit dem Begriff einer “neuen Innerlichkeit” umschreiben. Sie betrifft alle Sparten künstlerischer Auseinandersetzung. In der Malerei geht diese Entwicklung oft mit gegenständlicher, naturalistischer Form einher.
Auch bei Bianca Maria Regl kann man diese fast psychotherapeutische Beschäftigung mit ureigensten Bedürfnissen und Empfindungen nachvollziehen. Nach der Matura 1998 studiert sie Sprachen und Wirtschaftsinformatik in Wien. Während eines für sie persönlich herausfordernden Studienaufenthaltes in Paris beginnt sie erstmals ernsthaft mit der Malerei und bewirbt sich nach Ihrer Rückkehr zunächst in Linz und dann in Wien. Von Beginn an beschäftigt sie sich mit der Darstellung von Menschen, mit Aktmalerei und immer wieder auch mit Selbstporträts. Zunächst geht es um die direkte Selbstfindung. Bald darauf steckt sie mit “Retrobildern” nach Fotos der Eltern, bzw. der Mutter und ihren eigenen als Kind und Jugendliche, das nähere persönliche Umfeld malerisch ab. Später erweitert sich ihre malerische Welt um Freunde und Bekannte. Es entstehen die “Freitagsbilder”, die “Wasserbilder” und die “Grazer Bilder”. Die Themenbereiche entwickeln sich parallel nebeneinander. Für jedes Motiv sucht sie eine eigene Malweise, wobei grundsätzlich eine Tendenz zur Ölmalerei besteht.
Allen Bildern gemeinsam ist, dass der Hintergrund meist sehr reduziert und oft nur angedeutet wird. Die Grundierungen sind immer farbig. Unwesentliche Bildelemente werden nicht ausgeführt, so dass Teile der Grundierung stehen bleiben. Diese skizzenhafte Behandlung wird durch scheinbar nachlässig stehen gelassene Kreidezeichnungen unterstützt. Dadurch entsteht ein fokussierter Blick auf die dargestellten Personen, wie er auch in der Natur vorkommt. Die Porträt zeigen eine besondere Stimmung. Es sind präzis ausgewählte, sehr persönliche Momente tiefster Wahrhaftigkeit. Die dargestellten Personen sind meist auf sich zurückgezogen, ganz bei sich. Sie wirken unverkrampft, entspannt, ohne Verstellung, Pathos oder Ideologie. Sie sind in sich ruhend und stehen für einfaches Sein, Bewusstsein an sich. Nur manchmal schauen Sie auch den Betrachter direkt an. Diese augenscheinliche Abkehr von gesellschaftlichen Problemen und starke Selbstreflexion sind eine Stimmung der Zeit. Im Grunde handelt es sich deshalb bei Bianca Regls Bildern nur um eine genaue und sensible Beschreibung eines persönlich empfundenen Zustandes, aber sehr berührend und gelungen.
Die beiden ersten Bilder stammen aus der Grazer Serie 2005. Das Copyright für dise Bilder ist bei Bianca Regl 2005. Das dritte Bild stammt aus der Galerie Lukas Feichtner Wien.
Für weitere Informationen, siehe http://www.regl.net/bianca/
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